Buehnenbild_Foto_Klaus-Frank_Katastrophenschutz.jpg K. Frank/DRK

Erste Hilfe an Schulen: Handlungsorientierte Werteerziehung

Mitte der 90er Jahre begann das Jugendrotkreuz, an weiterführenden Schulen so genannte Schulsanitätsdienste aufzubauen. Heute engagieren sich mehr als 15.000 Schülerinnen und Schüler an über 750 Schulen allein NRW in Schulsanitätsdiensten.

Sie sorgen bei Schul- und Sportfesten, Ausflügen und an ganz normalen Schultagen für Sicherheit und helfen ihren Mitschülern bei Notfällen. Sie sind fit in Erste Hilfe, wissen, wie man einen Verband anlegt, was man bei Vergiftungen tut und wie man die stabile Seitenlage ausführt.

Doch das ist noch nicht alles. Denn durch den Schulsanitätsdienst lernen Schüler/innen in gegenseitiger Verantwortung zu leben, ihr Einfühlungsvermögen und ihre Hilfsbereitschaft für die Gemeinschaft werden weiterentwickelt. Ihre Handlungskompetenz und ihr Selbstwertgefühl werden gestärkt und gesundheitsförderliches Verhalten gefördert.

Somit leistet der Schulsanitätsdienst auch im Sinne des präventiven Gedankens im Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG § 1 und § 11), einen Beitrag zur intensiven Förderung von „Schlüsselqualifikationen“, wie Verantwortungsbewusstsein, Konfliktfähigkeit und Toleranz und damit der persönlichen Kompetenz der beteiligten Schüler/innen. Der Schulsanitätsdienst ist damit handlungsorientierte Werterziehung.

Ausbildung und Organisation

Im Schulsanitätsdienst können alle Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse aktiv werden. Voraussetzung ist die erfolgreiche Teilnahme an einem Erste Hilfe-Kurs. Den führen Lehrerinnen und Lehrer durch, die zuvor vom Roten Kreuz als Erste Hilfe-Ausbilder trainiert wurden.

Organisiert ist der Schulsanitätsdienst in der Regel als freiwillige AG oder als Wahlpflichtfach. In regelmäßigen Treffen vertiefen und erweitern die Schulsanitäterinnen und Schulsanitäter ihre Kenntnisse in der Ersten Hilfe und der Unfallverhütung, sie klären organisatorische Fragen (wie zum Beispiel das Aufstellen des Dienstplanes), warten den Sanitätsraum und das Sanitätsmaterial und bei alldem kommt natürlich auch der Spaß nicht zu kurz!

Innerhalb der Schule wird der Schulsanitätsdienst in der Regel durch die Kooperationslehrerinnen und -lehrer geleitet und begleitet. Das Jugendrotkreuz im jeweiligen DRK-Kreisverband bietet Unterstützung und Hilfe in sämtlichen theoretischen und praktischen Fragen, kümmert sich um die benötigten Materialien und sorgt zudem für die notwendige Hygiene.

Positive Effekte

Partner des JRK in NRW ist die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen. Sie fördert seit einigen Jahren den Aufbau von JRK-Schulsanitätsdiensten sowie die LehrerInnenfortbildung zum/zur „AusbilderIn der Ersten Hilfe / ProjektleiterIn Schulsanitätsdienst. Und das hat einen Grund: In Studien konnte sie nachweisen, dass das Unfallrisiko an Schulen, die einen Schulsanitätsdienst unterhalten sinkt.

Weitere Informationen:

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Unfallkasse Nordrhein-Westfalen: