Freiwilliges, ehrenamtliches Engagement: Rahmenbedingungen kontinuierlich anpassen

Seit über 150 Jahren ist das freiwillige Engagement Grundlage für das Handeln des DRK. In diesem Sinne folgen wir den Spuren unseres Gründers Henry Dunant. Seine Ideen sind uns Leitbild und Vision.

Leistungen des DRK in NRW
Als Teil einer weltumspannenden Bewegung erfüllt auch das DRK in NRW wichtige humanitäre Aufgaben:

    Wir tun dies in der Fläche. Sei es im Münsterland oder in der Eifel, im Bergischen Land oder in Ostwestfalen-Lippe, im Ruhrgebiet oder am Niederrhein – überall ist das DRK mit seinen Rotkreuzgemeinschaften, Ortsvereinen und Kreisverbänden flächendeckend präsent und jeweils in die örtliche Gemeinschaft eingebunden. Dies ist auch notwendig, wenn wir wissen wollen, „wo der Schuh drückt“ und wo wir Menschen in Not helfen können.
    Wir tun dies zu jeder Zeit. Die Erfüllung unserer Aufgaben kann und darf nicht allein davon abhängen, ob dies wirtschaftlich sinnvoll ist. Die Bevölkerung erwartet von „ihrem“ DRK zu Recht, dass es die ihm gestellten Aufgaben nicht nur flächendeckend, sondern auch rund um die Uhr für Menschen in Not erfüllt. Dies gilt insbesondere unter den erschwerten Bedingungen bei Katastrophen und Konflikten. Gerade für eine Aufgabenerfüllung in diesen Situationen ist das Rote Kreuz geschaffen worden und muss deshalb „jederzeit bereit“ sein.
    Und wir tun dies vor allem freiwillig. Die Freiwilligkeit bildet die ideelle Grundlage des DRK. Freiwilligkeit ist ein Wert an sich. Es ist kein Zufall, dass vor rund 150 Jahren nicht nur das Rote Kreuz, sondern auch die Kirchen in Europa damit begonnen haben, sich der Fürsorge für Menschen in Not in organisierter Form anzunehmen. Dieses freiwillige Engagement wurzelt in nichts anderem als in der Erkenntnis, dass es für die Hilfe in Not keines staatlichen Impulses bedarf. Die Aktualität dieser Beweggründe, wie sie auch Henry Dunant 1859 in der Schlacht von Solferino innewohnten, hat bis heute nichts von ihrer Aktualität verloren.

Positionen des DRK in NRW

Freiwilliges Engagement ist der Kitt, der unsere Gesellschaft auch im 21. Jahrhundert zusammenhält.

Allein in NRW sind heute über 55.000 Bürgerinnen und Bürger im DRK ehrenamtlich tätig. Hinzu kommen Tausende, die sich als ungebundene Helfer einbringen, wie beispielsweise in der Flüchtlingshilfe, in Besuchsdiensten oder bei Unwetterkatastrophen.

Die freiwilligen Helferinnen und Helfer stehen vor der Herausforderung, ihr Engagement mit Ausbildung, Beruf, Familie und Privatleben in Einklang zu bringen. Umso wichtiger ist es, ihnen die Vereinbarkeit der verschiedenen Lebensbereiche zu erleichtern und dafür Sorge zu tragen, dass Menschen, die sich freiwillig für unser Gemeinwesen einsetzen, kein finanzieller, beruflicher oder persönlicher Nachteil entsteht.

Die Landespolitik muss sich daher stark machen für eine steuerliche Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements. Darüber hinaus ist eine soziale Absicherung des Ehrenamtes unabdingbar, damit sein Einsatz für andere es nicht selbst in Notlagen bringt. Die Vereinheitlichung des Helferrechtes im Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz ist hierfür ein wichtiger Schritt.

Das bürgerschaftliche Engagement in NRW ist nicht denkbar ohne Organisationen wie das DRK. Es sorgt für Ausstattung, Begleitung, Qualifizierung und Versicherung der freiwilligen Helferinnen und Helfer und koordiniert die Durchführung ihrer Aufgaben. Ohne die finanzielle Unterstützung durch unsere vielen Hunderttausend Fördermitglieder, Spenderinnen und Spender wäre dies nicht zu leisten.

Doch auch das Land steht hier in der Pflicht. Es muss die notwendigen finanziellen und rechtlichen Rahmenbedingungen setzen und, wo dies erforderlich ist, anpassen, damit ehrenamtlicher Dienst weiterhin qualitativ hochwertig und zweckdienlich sein kann.

Dies gilt auch im Hinblick auf die Erste Hilfe. Denn sie stellt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe dar und ist ein wichtiger Baustein für eine aktive, von Freiwilligkeit getragene Bürgergesellschaft, die im Dienst der Menschlichkeit steht.

Ausblick

Um freiwilliges Engagement zukunftsfähig zu gestalten und den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung zu tragen, entwickelt das DRK in NRW seine Angebote für ehrenamtliches Engagement ständig weiter – beispielsweise durch die Möglichkeiten, sich auch ohne Mitgliedschaft projektgebunden als Helfer auf Zeit oder als Spontanhelfer, etwa bei Unwetterkatastrophen, einbringen zu können.

Was die konkrete Ausgestaltung der oben genannten Rahmenbedingungen geht, steht das DRK in NRW zu einem konstruktiven Dialog bereit. Denn es versteht sich seit mehr als 150 Jahren als verlässlicher Partner auf dem Weg in eine aktive Bürgergesellschaft.

Text: Dr. Sascha Rolf Lüder, Konventionsbeauftragter der DRK-Landesverbände Nordrhein und Westfalen-Lippe e.V.