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„Ein Piks, der Leben retten kann“: Düsseldorfer Rotkreuz-Frühstück mit Dr. Holger Praßel, Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes West

Düsseldorf, 27.11.2025. Täglich werden 15.000 Blutspenden für die Versorgung von Kranken und Verletzten in Deutschland benötigt. Der DRK-Blutspendedienst West hat es sich seit 1951 zur Aufgabe gemacht, seinen Teil zu dieser Versorgung beizutragen und die Krankenhäuser und Praxen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland mit lebenswichtigen Blutpräparaten zu versorgen. Zu aktuellen Herausforderungen und Perspektiven der Blutspende sprach am Donnerstag (27. November 2025) Dr. Holger Praßel, Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes West, beim siebten Rotkreuz-Frühstück am Sitz von Landtag und Landesregierung in Düsseldorf.

„Der DRK-Blutspendedienst West leistet seit fast 75 Jahren einen entscheidenden Beitrag zur notwendigen Versorgung der Bevölkerung mit Blut. Alle Beteiligten, insbesondere Krankenhäuser und Patienten, sind darauf angewiesen, dass auch künftig ausreichend Menschen bereit sind, Blut zu spenden. Die demografische Entwicklung stellt das Blutspendewesen jedoch vor Herausforderungen: Die Generation der treuen, erfahrenen Blutspender wächst langsam aus dem Prozess heraus“, stellt Praßel fest. Er betont: „Für viele ist aus gesundheitlichen Gründen irgendwann keine Spende mehr möglich. Neue Spenderinnen und Spender, insbesondere aus der jungen Generation, werden daher dringend gebraucht, um die wachsende Versorgungslücke zu schließen. Diese Herausforderung ist nicht nur eine quantitative, sondern auch eine lebenswichtige: Blut kann nicht künstlich hergestellt werden – jeder Verlust an Blutspendern reißt eine Lücke auf, die nur schwer zu füllen ist.“

Pop-up-Stores ermöglichen niedrigschwelliges Spenden

Eine Maßnahme, um Blutspenden einfach und niedrigschwellig zu ermöglichen, sind sogenannte Pop-Up-Stores. Mitten in Innenstädten richtet der DRK-Blutspendedienst temporäre Blutspendestationen mit regelmäßigen Blutspendezeiten ein, um das städtische Publikum zur Blutspende zu motivieren. So sind in Düsseldorf, Siegen, Dortmund oder Leverkusen Pop-Up-Stores eröffnet worden – mit Erfolg: „Die Stores wurden sehr gut angenommen! Viele der neuen Spender wurden danach zu regelmäßigen Besuchern“, betont Praßel.

60 Blutspende-Termine täglich

Jeden Tag organisiert und koordiniert der DRK-Blutspendedienst West in seinem Versorgungsgebiet etwa 60 Termine zur Blutspende. Denn der Bedarf ist groß. Dennoch: „Nur etwa drei Prozent der Bevölkerung spenden regelmäßig Blut. Besonders dramatisch wird es im Sommer. Aber auch wenn die Urlaubszeit und Hitzewellen Menschen vom Blutspenden abhalten, bleibt der Bedarf an Blutpräparaten konstant hoch. Hinzukommt: Blutpräparate sind nur begrenzt haltbar. Vorräte lassen sich nicht endlos lagern. Diese geringe Spenderquote steht im Gegensatz zur tatsächlichen Notwendigkeit, da schätzungsweise 80 Prozent der Menschen im Laufe ihres Lebens einmal auf eine Blutspende oder daraus hergestellte Medikamente angewiesen sind“, so Praßel. 

Herausforderungen der Blutspende

Neben der Aufgabe, eine konstant hohe Versorgung an Blutkonserven sicherzustellen, nennt Praßel weitere Herausforderungen, mit denen der Blutspendedienst konfrontiert ist: Dazu zählt etwa ein zunehmender bürokratischer Aufwand. Aber auch Fragen der Resilienz und Krisentauglichkeit sind insbesondere in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt. 

Bedeutung der Blutspende für die Gesundheitsversorgung

„Die Hürde, eine Blutspende abzugeben, ist niedrig. Der Effekt ist riesig!“ appelliert Praßel abschließend. Dabei können auch Kommunal- und Landespolitikerinnen und -politiker dazu beitragen, die Blutspende zu unterstützen, etwa durch die Bereitstellung von Räumen, den Appell an die Bürgerinnen und Bürger und – am besten – mit dem eigenen positiven Beispiel, selbst Spenden zu gehen.


Alle Orte und Termine finden sich übersichtlich unter 

https://www.blutspendedienst-west.de/
Alle Termine können auch bequem vom Smartphone aus eingesehen und reserviert werden.